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1

Saturday, February 20th 2010, 5:45pm

Angst vor anderen Hunden !!!!!!!!

Hallo,

wir haben ein großes problem und wissen nicht weiter...
wir haben unseren Bengee jetzt ein monate (er ist sechs monate alt) und er hat eine riesen angst vor anderen hunden und Menschen.
dabei ist es egal wie alt und wie groß der hund ist. wir versuchen nun schon jeden tag an plätze zugehen an denen man viele hunde trifft.
aber unser bengee versteckt sich nur hinter uns... auch bei der welpenspielstunde (Hundeschule) waren wir schon (bzw. gehen wir immernoch)
aber auch da ist es das selbe, kein interesse an anderen hunden. wenn dann mal einer angerannt kommt rennt bengee schnell weg das einzig positive er hört sofort wenn wir ihn rufen.
viele haben gesagt das kommt mit der zeit, aber normal ist das doch nicht. oder?
wir haben den hund vom Züchter und nicht wie man jetzt denken könnte aus dem tierheim.
es gab zweimal den fall das er mal einem hund (sobald er sich umgedreht hatte) bellend aber schwanzwedelnd hinterher gerannt ist aber mehr war da bis jetzt noch nicht.
und es is doch ziemlich deprimierend wenn man alle hunde spielen und toben sieht und der eigene sich hinter uns versteckt.

habt ihr vieleicht einpaar tipps oder ideen ....

wir freuen uns über reichlich nachrichten. :D

LG
Manu, Falk & Bengee

Kantor

Unregistered

2

Saturday, February 20th 2010, 7:33pm

Was ist schon normal? Hunde sind wie wir Menschen auch Lebewesen und damit total unterschiedlich! Meine vier DSH sind so verschieden, dass man kaum glauben mag, dass sie zur selben Rasse gehören. Im Rassestandard ist natürlich folgendes festgelegt:


WESEN : Der Deutsche Schäferhund muss vom Wesensbild her
ausgeglichen, nervenfest, selbstsicher, absolut unbefangen und (außerhalb einer
Reizlage) völlig gutartig sein
, dazu aufmerksam und führig. Er muß Mut,
Kampftrieb und Härte besitzen, um als Begleit-, Wach-, Schutz-, Dienst- und
Hütehunde geeignet zu sein.

Ein ängslicher DSH widerspricht also dem Standard! Trotzdem gibt es sie. Und da kann man nichts anderes machen, als immer wieder versuchen, durch hunderte Sozialkontakte die Angst zu nehmen. Das ist ein langwieriger Prozess und manche Hunde sind genetisch so disponiert, dass sie nie wirklich frei von Angst sein werden. Dann muss man damit leben!

Langfussel

Intermediate

Posts: 212

Location: Baden Württemberg

Occupation: Kauffrau i EH Fachbereich Zoo

3

Saturday, February 20th 2010, 8:04pm

Angst

Hallo,

so in etwa seh ich das auch.

Man sollte so viel wie möglich soziale Kontakte mit möglichst positiven Erlebnissen in Anspruch nehmen,wie es einem möglich ist.

Das solltet ihr aber auf jeden Fall jetzt in der Zeit machen,in der er noch so jung ist.

Also alles mitnehmen was geht,den Hund dabei aber nicht überfordern!

Und nie betüddeln,oder bemitleiden,und versuchen ihn zu schicken.,,damit er von euch weggeht.

Verhaltet euch selbst neutral ihm und anderen Hunden gegenüber.

Ignoriert ihn,wenn er sich hinter euch versteckt.Wenn er mehr Zeit braucht,dann braucht er die einfach.

Also auf jeden Fall Welpenspielgruppe.Evtl sogar zweimal die Woche,wenn möglich.

Auch wenn es ewig dauert,gebt ihm die Möglichkeit jetzt.



Besser wird das bestimmt ,wenn ihr da dran bleibt.

Grüsse von Sylvie

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German_Shepherd

Professional

Posts: 771

Location: Saarland

Occupation: ....

4

Saturday, February 20th 2010, 9:05pm

huhu.

meine nichte bekam vor kurzem nen 9-10 wochen alten welpen
aus rumänien, der wohl dort auch schon angegriffen wurde.
der welpe hatte noch mehr angst, von deiner beschreibung her, als dein hund.
sobald nur ein hund zu nah kam und ne spielauforderung kam, schrie
sie wie am spieß, das war wirklich grausam.
welpenstunde wollten sie ned... habe mich regelmäßig mit meinen beiden
weibern und dem welpen getroffen, wir sind einfach spazieren gegangen,
an der leine, so konnten meine weiber laufen und der welpe hin oder eben nicht,
einfach um zu sehn das die ja gar nix machen :-)
muss sagen das hat sehr sehr gut geholfen, beim letzten mal auf dem feld
ist sie sogar mit gerannt.
nutze viele hundekontakte, geh evtl mal in ner hundegruppe spazieren
würde darauf achten das keine allzuviel aufdringliche hunde da sind, solang
der kleine so ne extreme angst hat.
er soll erstmal lernen "die machen mir ja nix, das ist ja nichts schlimmes"

die welpenstunde ist doch schonmal sehr sinnvoll :-) was haben die trainer dort denn
gesagt?

hier das ist amy übrigens jetzt ( nach 4-5 wochen üben )
http://www.youtube.com/watch?v=4Ous4MQS89M

die scheu bei ihr ist noch nicht ganz weg, aber sie rennt schon direkt auf hunde zu :-)

wünsche dir viel glück und hab etwas geduld

Lg
Jule
Lg
Jule, Fire & Ati

http://shepherdpower.de.tl


5

Sunday, February 21st 2010, 11:38am

hallo...

danke erstmal für eure antworten.

naja der trainer meinte nur "immerwieder auf andere hunde zugehn" und das machen wir ja ...
wenn wir bei der welpenspielsunde sind ist der trainer auch immer sehr beschäftigt und lässt sich auch leicht durch andere ablenken.
ein etwas längeres gespräch ist fast nicht möglich... evtl. werden wir mal eine andere hundeschule besuchen.

wir bleiben drann...

LG

Barbara

Professional

Posts: 1,034

Location: NRW

Occupation: Ärztin für Allgemeinmedizin

6

Sunday, February 21st 2010, 4:23pm

HAllo,
ich habe ehrlich gesagt so meine Probleme mit diesen "Welpenspielstunden". Die sehen nämlich meist so aus, dass die Trainer herumstehen und die Hunde sich selbst überlassen sind. Sind dann einige selbstbewusste Welpen dabei, wird ein ängstlicher, schlecht sozialisierter Welpe untergebuttert. Das führt dann eher dazu, dass der Welpe noch ängstlicher und unterwürfiger wird. Da gibt es nämlich keine Rücksichtnahme, da gilt das Gesetz des Stärkeren.
Ich würde sehen, dass ich den Welpen mit älteren, wirklich gut sozialisierten Hunden in Kontakt bringe, ihn nicht bemitleide, wenn er schreit, aber ihn andererseits auch nicht zu stark überlaste.
Zu dem Thema- der Hund ist vom Züchter und nicht aus dem Tierheim- kann ich nur sagen, dass manche Züchter ihre Welpen leider schlechter bis gar nicht sozialisieren. Da ist mancher Tierheimhund, der vielleicht vorher oder auvch im Tierheim gut sozialisiert wurde, sicherlich besser aufs Leben außerhalb des Zwingers vorbereitet.
LG Barbara
Gruß, Barbara

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zipfelhut

Intermediate

Posts: 338

Location: Neubrandenburg

7

Sunday, February 21st 2010, 4:39pm

So, und nun ich...
Ich erachte hier ein grundsätzlich anderes Vorgehen als sinnvoll. Wenn Dein Hund so ängstlich ist, wie Du es beschreibst, würde ich zunächst dafür sorgen, daß er nicht mehr in Situationen kommt, in denen er Angst haben muß. Im Klartext heißt das, daß Du die aktiven "Gewöhnungsversuche" vorerst einstellen solltest, und ihm nach Möglichkeit andere Hunde vom Leib hältst.
Das klingt widersinnig?
Bedenke folgendes: Stell Dir vor, Du hast Angst vor Spinnen. Was glaubst Du, wie Deine Angst schneller kleiner wird...Dadurch, daß Dein neuer Chef jeden Tag mit einer Spinne auf der Hand vor Dich tritt und auf Dich einredet, Du sollst keine Angst haben und er setzt sie Dir auf den Arm - oder indem er die Spinne in einen Plastebecher mit Deckel setzt, diesen auf ein Fensterbrett stellt, an dem Du nicht zwingend entlanglaufen mußt, wo Du die Spinne aber immer mal sehen mußt, wenn Du durch den Raum guckst...? Und willst Du sofort solche vertrauenserfordernden Aktionen mit ihm durchziehen, oder willst Du ihn nicht doch erstmal näher kennenlernen?
Ich denke, der Vergleich ist recht plastisch. Zurück auf Dich und den kleinen Hund übertragen heißt das, daß Ihr die Politik der kleinen Schritte praktizieren solltet. Er wird am ehesten begreifen, daß andere Hunde keine Gefahr bedeuten, wenn er keine angsteinflößenden Begegnungen mehr erleben muß. Aktive Kontakte wird er erst dann genießen lernen können, wenn er die Chance hatte, zuerst zu erkennen, daß der bloße Anblick eines Artgenossen nicht gleich Aufregeung und eine ängstigende Begegnung bedeutet. Und zuallererst sollte er lernen, daß Du für seine Sicherheit sorgst, also sicherstellst, daß er keine Angst mehr haben muß denn erst dann kann er Dir vertrauen. Halte ihm daher fürs erste seine Artgenossen vom Hals. Im weiteren Vorgehen ist dann wichtig, daß Du später wenige, aber dafür berechenbare Hundebekanntschaften für Deinen Hund einrichtest. Es kommt nicht auf das Quantum an Hundebegegnungen an, sondern auf die Qualität der einzelnen Begegnungen; für Deinen Hund sollten es souveräne Hunde sein, die nicht zu hektisch und spielverrückt sind - denn auch wenn es freundlich gemeint ist, empfindet ein unsicherer Hund eine zu vehemente Spielaufforderung als Bedrohung. Falsche Kontakte können das Verhaltensbild also auch durchaus noch verschärfen!!
Es besteht nur dann eine Aussicht auf eine nachhaltige Verbesserung seines Verhaltens, wenn er die Chance bekommt zu erkennen, daß Du für ihn sortierst und ihm Streß und Angst vom Hals hältst und wenn die Hunde, die zu ihm herandürfen, für ihn nicht bedrohlich erscheinen. Auf keinen Fall solltest Du Begegnungen nach den Versuch- und Irrtum-System ausprobieren, sondern lieber im nahen Umfeld gezielt zwei, drei Hunde suchen, mit denen er sich gut verträgt; und ihn mit immer mal mit diesen zusammenlassen. Damit vermittelst Du ihm auch ganz nebenbei, daß Du der Mittelpunkt seines Lebens bist; daß er sich auf Dich verlassen kann und andere Hunde eine untergeordnete Rolle für Euch beide spielen; viele Probleme verschwinden auf diese Weise ganz von allein.

Nach meiner persönlichen Erfahrung ist es ein bewährtes Konzept, ängstlichen und überigens auch aggressiven Hunden zu vermitteln, daß andere Hunde oder fremde Menschen keine Bedeutung für Herrchen oder Hund haben. Keine Bedeutung - also noch nicht einmal eine gute, sondern eben keine. Daher rate ich eben von aktiven Sozialisierungsversuchen ab, sondern empfehle, den Hund zunächst und bis er sich etwas entspannt hat, so zu führen, daß er Ruhe vor anderen Hunden bzw. Passanten hat. Wenn er Dich kennengelernt hat und nicht mehr in Panik verfällt, sobald er einen anderen Hund/fremden Menschen sieht, dann, und erst dann ist es an der Zeit, ihn zu ermuntern, den Abstand zum Konfliktherd langsam und Schritt für Schritt zu verkleinern.
Mit obligatorischem Gruß
Ich

Heike Goulbourn

Professional

Posts: 762

Location: Niedersachsen

Occupation: kfm. Angestellte

8

Monday, February 22nd 2010, 2:01pm

Macht Sinn ! Gut erklärt. _!_

LG Heike

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